OECD


OECD
Abk. für Organization for Economic Co-Operation and Development, Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung; seit 30.9.1961 Nachfolgeorganisation der  OEEC mit Sitz in Paris. Ihr gehören insgesamt 30 Industrieländer an, darunter 23 europäische Industrieländer sowie Kanada, Mexiko, USA, Japan, Australien, Neuseeland und Korea an.
- Ziele: Schwerpunkt bei der Koordinierung der Wirtschaftspolitik, v.a. der Konjunktur- und Währungspolitik der freien Welt; Koordinierung und Intensivierung der Entwicklungshilfe der Mitgliedstaaten mit dem Ziel, ein angemessenes Wirtschaftswachstum in den Entwicklungsländern zu verwirklichen; Förderung und Ausweitung des Welthandels, ein stetiges Wachstum und steigende wirtschaftliche Produktivität. Auf der Grundlage eigener Studien und Forschungsaktivitäten entwickelt sie Leitlinien und Modelle für die Lösung zukunftsweisender Problemstellungen. Schwerpunkte der Analyse liegen bei der Wirtschafts- und Konjunkturpolitik durch die Erarbeitung jährlicher Länderberichte über die Wirtschaftslage der einzelnen Mitgliedstaaten.
- Aufbau: Fortsetzung der Rechtspersönlichkeit der OEEC. Oberstes Organ ist der Rat, in dem alle Mitgliedsländer durch die Leiter von ständigen Delegationen (Botschafter) vertreten sind. Unterstützt wird der Rat durch einen Exekutivausschuss mit 14 Mitgliedern. Generalsekretär führt den Vorsitz im Ständigen Rat. Über 200 Fachausschüsse und Arbeitsgruppen auf wirtschafts-, umwelt-, wissenschafts- und sozialpolitischen Gebieten. Als oberstes Beschlussorgan erfolgen Beschlüsse einstimmig. Bei Enthaltungen gelten Vereinbarungen nur für die zustimmenden Mitglieder.  EU und  EFTA nehmen an der Arbeit der OECD teil. Von besonderer Bedeutung sind der wirtschaftspolitische Ausschuss, der mehrmals jährlich die Wirtschaftslage der Mitglieder erörtert, der Ausschuss für Kapitalverkehr und unsichtbare Transaktionen, der die Liberalisierungsverpflichtungen der Mitglieder im internationalen Kapital- und Dienstleistungsverkehr überwacht, der Ausschuss für Finanzmärkte, der die Wirkungsweise der Kreditmärkte und internationalen Finanzmärkte verbessern will, und der Ausschuss für Entwicklungshilfe ( Development Assitance Committee). Für den Energiebereich hat die OECD eine internationale Energieagentur ( IEA) 1974 gegründet sowie die MEA. Seit 2001 befindet sich die OECD in einem Reformprozess. Inhalte sind u.a. die zukünftige Rolle der OECD, Strategien zur Mitgliedererweiterung oder der Einfluss der OECD auf die Fianzmärkte.
- Bedeutung: Die OECD stellt das Forum für eine permanente internationale Regierungskonferenz dar, auf der ein intensiver Informations- und Meinungsaustausch über aktuelle gemeinsame wirtschafts- und währungspolitische Probleme erfolgt und zu einer besseren Abstimmung nationaler wirtschaftspolitischer Maßnahmen beiträgt. Wirtschaftspolitische Dokumentationen und Analysen ermöglichen es Mitgliedstaaten, flexibel und schnell auf neue wirtschaftspolitische Fragen zu reagieren. Wertvolle Pilotarbeiten zur Entwicklung von Statistiken und Indikatoren waren richtungsweisend für weltweite internationale Konzepte und Datensammlungen.
- Steuerrecht: Die OECD hat einen Mustertext für Doppelbesteuerungsabkommen herausgegeben; sog. OECD-Musterabkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung. Dieser Text wird regelmäßig überarbeitet. Die OECD trägt hierdurch maßgeblich dazu bei, die Behandlung grenzüberschreitender Aktivitäten im Steuerrecht zu erleichtern oder solche Aktivitäten wirtschaftlich zu ermöglichen. Darüber hinaus koordiniert die OECD seit der zweiten Hälfte der 90er Jahre die Abwehrmaßnahmen der Industriestaaten gegen unfairen Steuerwettbewerb.
- Weitere Informationen unter www.oecd.org. Literatursuche zu "OECD" auf www.gabler.de

Lexikon der Economics. 2013.

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